EU DPP

Battery Regulation 2023/1542: Was am 18. August 2026 in Kraft tritt.

Die Batterieverordnung 2023/1542 ist die erste EU-Verordnung mit konkret datierten DPP-Pflichten. Wir zerlegen den Zeitplan: Was bis wann gilt, welche Daten erfasst werden müssen — und welche Sanktionen bei Verstößen drohen.

Die Verordnung (EU) 2023/1542 über Batterien und Altbatterien ist seit dem 28. Juli 2023 in Kraft. Anders als die ESPR ist sie aber kein Rahmenwerk mit nachgelagerten delegierten Rechtsakten, sondern enthält die Pflichten direkt im Verordnungstext — mit harten Datums-Markern.

Stichtag 18. August 2026: Labelling-Pflicht

Ab dem 18. August 2026 oder 18 Monate nach Inkrafttreten des entsprechenden Implementing Acts müssen alle Batterien — von der Geräte-Knopfzelle bis zur EV-Traktionsbatterie — ein EU-Label mit allgemeinen Informationen tragen. Dazu gehören:

Stichtag 18. Februar 2027: Battery Passport

Ein halbes Jahr später kommt die Battery-Passport-Pflicht — und damit der erste echte Digital Product Passport im scharfen EU-Recht. Sie gilt für:

Tragbare Konsumbatterien sind aktuell ausgenommen, könnten aber in einer späteren Phase einbezogen werden.

2 kWh
Schwellenwert für Industriebatterien mit Battery-Passport-Pflicht. Industriebatterien darunter unterliegen Label-, aber keiner Passport-Pflicht.

Was im Battery Passport stehen muss

Anhang XIII der Verordnung definiert eine umfangreiche Datenstruktur. Die wichtigsten Felder:

Die zentrale Infrastruktur

Die zentrale Infrastruktur ist das EU-Register für digitale Produktpässe: Die ESPR (Art. 13) verpflichtet die Kommission, es bis zum 19. Juli 2026 einzurichten. Am 16. Juli 2026 hat die Kommission dafür die Durchführungsverordnung (EU) 2026/1778 erlassen (Amtsblatt vom 17. Juli 2026); sie erfasst den Batteriepass nach Art. 77 der Batterieverordnung ausdrücklich (Art. 1 Abs. 1 lit. b, Art. 2). Die Mitgliedstaaten benennen bis zum 18. Februar 2027 je einen nationalen Registeradministrator (Art. 7 Abs. 1). Die Operational Trials der Global Battery Alliance mit 17 Konsortien liefen über Q1 und Q2 2026 und testeten die reale Datenerfassung und Interoperabilität.

Sanktionen

Artikel 78 verpflichtet die Mitgliedstaaten zu wirksamen, angemessenen und abschreckenden Sanktionen. Die nationale Umsetzung variiert, aber typische Erwartungen:

Die Frist 18. August 2026 ist nicht verschiebbar. Die Kommission hat in mehreren Pressemitteilungen bestätigt, dass die Daten der Operational Trials zwar zur Implementierungsoptimierung dienen, nicht aber den Stichtag verschieben.

Hersteller, die heute noch keine Datenstruktur für Carbon Footprint und Recycling-Anteile haben, sollten spätestens jetzt ihre ERP- und PLM-Systeme anpassen. Die Datenerfassung selbst ist die größte Hürde — die DPP-Plattform-Integration ist im Vergleich der einfachere Teil.

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