Industry Insights

OECD/EUIPO 2025: Globaler Counterfeit-Trade erreicht 467 Mrd. USD.

Die gemeinsame Studie von OECD und EUIPO „Mapping Global Trade in Fakes 2025" beziffert den globalen Counterfeit-Trade auf 467 Mrd. USD — 2,3 Prozent des Welthandels. Wir analysieren die Daten und zeigen, was sie für die DPP-Strategie 2027 bedeuten.

Im Mai 2025 haben OECD und EUIPO ihre lange erwartete gemeinsame Studie „Mapping Global Trade in Fakes 2025" veröffentlicht. Die Zahlen sind ernüchternd: Trotz steigender Schutzmaßnahmen wächst der Counterfeit-Markt schneller als die Schutzmechanismen.

Die zentralen Zahlen

2,3 %
des Welthandels sind nach OECD-Schätzung gefälscht. Bei einigen Konsumgüter-Kategorien (Lederwaren, Sportbekleidung) ist der Anteil deutlich höher.

Die Top-Kategorien

Hochwertige Konsumgüter dominieren das Counterfeit-Angebot. Die Top-Targets sind:

  1. Kleidung & Schuhe — der mit Abstand größte Markt
  2. Lederwaren (Taschen, Gürtel, Portemonnaies)
  3. Elektronik (Smartphones, Headphones, Zubehör)
  4. Spielzeug und Lifestyle-Artikel
  5. Pharmazeutika und Kosmetika (mit massiven Sicherheitsrisiken)

Wie sich die Distribution verändert hat

Die Studie zeigt eine deutliche Verschiebung weg von Container-Schiffsladungen hin zu kleinen Paketen und Online-Plattformen:

Was das für die DPP-Strategie bedeutet

Der Bericht ist mehr als eine reine Marktanalyse — er ist ein Argument für die DPP-Pflicht. Drei zentrale Punkte:

1. Authentifizierung statt Verfolgung. Klassische Track-and-Trace-Ansätze scheitern an der Geschwindigkeit moderner Logistik. Per-Item-Authentifizierung über cryptographische NFC-Signaturen verschiebt die Prüfung zum Konsumenten-Touchpoint — wo Fälschungen tatsächlich auffliegen.

2. DPP als zentrale Wahrheit. Wenn jeder echte Artikel einen verifizierbaren digitalen Pass hat, wird sein Fehlen zum klaren Indikator. Konsumenten können ohne App in Sekunden prüfen, ob ein Produkt authentisch ist.

3. Datenintegration für Behörden. Marktüberwachung und Zoll bekommen über das EU-Zentralregister direkten Zugriff auf Hersteller-Daten. Die Verknüpfung mit Counterfeit-Datenbanken (z. B. EUIPO Anti-Counterfeiting Intelligence Support Tool) wird in den nächsten Jahren ausgebaut.

2,3 % des Welthandels sind Fälschungen — und das in einer Welt, in der Marken massiv in klassischen IP-Schutz investieren. Der DPP ist die strukturelle Antwort: Kein Produkt ohne ID, keine ID ohne verifizierbare Quelle.

Für Brands in den Top-Counterfeit-Kategorien (Mode, Lederwaren, Elektronik) ist das Argument klar: Die Investition in NFC-basierte DPPs zahlt sich nicht erst 2027 mit der Pflicht aus, sondern bereits jetzt durch konkrete Anti-Counterfeit-Wirkung.

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